Diskussionsveranstaltung

Arbeit der Zukunft: Herausforderung und Chance

Wie sieht gute Arbeit in Zeiten der Digitalisierung aus? Mit dieser Frage beschäftigten sich rund 20 Betriebsrätinnen und Betriebsräte aus den Landesbezirken Hessen-Thüringen und Rheinland-Pfalz Saarland in Mainz. Grundlage der Diskussion war das Papier „Arbeit 4.0 – Dialog 'Neues Leitbild der Arbeit'“ der Abteilung Arbeitspolitik der Hauptverwaltung der IG BCE. Eröffnet wurde der Workshop von Ralf Sikorski, Mitglied des geschäftsführenden Hauptvorstands der IG BCE. Den Anwesenden ging es bei der Diskussion darum, die aufgestellten Thesen mit der Realität im Betrieb abzugleichen und daraus Schlüsse für ihre Arbeit zu ziehen. 

IG BCE

Diskussionsrunde zum Thema Arbeit der Zukunft
08.02.2017
Artikel bewerten
Danke für die Bewertung
Ihre bereits abgegebene Bewertung wurde aktualisiert.

Klar ist: Die zunehmende Digitalisierung wird tiefgreifende Veränderungen in der Arbeitswelt mit sich bringen. Der Umfang des Wandels und die langfristigen Folgen lassen sich aktuell aber kaum erfassen und beziffern. Umso wichtiger ist es daher, frühzeitig die möglichen Entwicklungen im Auge zu behalten und gedanklich zu begleiten. „Gute Arbeit in Zeiten der Digitalisierung muss wie auch bisher gesunde und sichere Arbeit sein, sagt dazu Michael Reinhart, verantwortlicher Sekretär für Arbeit 4.0 im IG BCE Landesbezirk Hessen-Thüringen. „Dazu braucht es gemeinsam festgelegte Regeln.“

Die Teilnehmer des Seminars kamen aus einer Vielzahl der Branchen, die zum Betreuungsbereich der IG BCE gehören. Von Kautschuk, Kunststoff und Keramik über Pharma und Chemie bis zu Dienstleistern waren Unternehmen unterschiedlicher Größenordnungen vertreten.

Moderator Dennis Schwetje, der das neue Leitbild der Arbeit auf Seiten der IG BCE entwickelt hat, nannte vier Knotenpunkte, die den Wandel der Arbeit darstellen und die Gestaltung von Flexibilität maßgeblich beeinflussen: „Technik“, „Organisation“, „Zeit“ und „Arbeitnehmertypus“.

Kontrovers diskutierten die Versammelten die Entwicklung im Bereich der Ausbildung. Ist doch schwer abschätzbar, ob es in einer digitalisierten Arbeitsumgebung mehr Qualifikationen bedarf oder ob diese durch die Automatisierung einfach ersetzt werden. Einig war sich die Gruppe in Hinblick auf die Wichtigkeit, die Mitarbeiter angemessen zu beteiligen. Nur wer rechtzeitig und umfassend informiert ist, muss keine Angst vor dem Wandel haben und ist offener für Veränderungen.

Von zentraler Bedeutung ist ebenfalls die Frage, wer die Verantwortung für Entscheidungen trägt. Schon heute ist auf Grund der internationalen Strukturen und ausdifferenzierten Geschäftsfelder die Entscheidungsfindung in den Unternehmen schwierig. Wenn zukünftig Entscheidungen auf Grund von intelligenten Algorithmen und von Computerprogrammen getroffen werden, bleibt die Frage nach der Verantwortung für die Folgen. Und danach, welche Maßstäbe der Entscheidungsfindung überhaupt zu Grunde gelegt werden.

„Die Geschwindigkeit des Wandels und dessen kaum begrenzte Reichweite bringt Herausforderungen mit sich“, fasst Michael Reinhard zusammen. „Denen stehen auch Chancen gegenüber, etwa Verbesserungen der Prozessqualität, beim Arbeitsschutz oder bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Wir müssen aber darauf achten, dass niemand von unseren Kolleginnen und Kollegen auf der Strecke bleibt.“


Nach oben