Sind wir genug?

Tarifkommission Kunststoff Hessen kündigt Tarifvertrag - Kampagne läuft weiter

Am 24. Januar hat die IG BCE Tarifkommission Kunststoff Hessen entschieden, den Vergütungstarifvertrag für die Kunststoffverarbeitende Industrie in Hessen zu kündigen und damit die Arbeitgeber zu Verhandlungen aufzufordern. Parallel dazu läuft weiter die Kampagne "Sind wir genug?", die Unorganisierte davon überzeugen soll, der IG BCE beizutreten. Noch im Dezember hatte die Tarifkommission den Organisationsgrad in den Betrieben als nicht ausreichend angesehen, um dem Tarifvertrag zu kündigen.

IG BCE

Plakatmotiv der Kampagne "Sind wir genug?"
24.01.2017
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Neue Mitglieder für die IG BCE zu gewinnen und dadurch besser verhandeln zu können – darum geht es bei der Kampagne "Sind wir genug?", die zurzeit in den Betrieben der Kunststoff verarbeitenden Industrie in Hessen läuft. Nach gut drei Monaten sind bereits eine Reihe von Beschäftigten neu beigetreten und stärken damit  die Position der Gewerkschaft in den Betrieben. Aber es müssen noch mehr werden.

Im Dezember schlug die Tarifkommssion Kunststoff der IG BCE Alarm: Sie sehe keine Chance, einen guten Tarifabschluss durchzusetzen, hieß es in einem Aufruf an die Beschäftigten. "Zu viele Nichtgewerkschaftsmitglieder in den Betrieben schwächen unsere Verhandlungsposition", hieß es. Daher sei die Zeit noch nicht gekommen, den bestehenden Tarifvertrag zu kündigen, um das Ziel einer kräftigen Tariferhöhung durchzusetzen. In ihrer Sitzung am 24. Januar entschied die Tarifkommission dann, den Tarifvertrag nun zu kündigen und die Arbeitgeber zu Verhandlungen aufzufordern. In den kommenden Wochen werden in den Betrieben die Forderungen diskutiert, die die Tarifkommission Ende Februar dann zusammenfasst und final beschließt.

Zunächst einmal schauen, ob sie legitimiert ist – das ist die Herangehensweise der Tarifkommission an die Verhandlungen. IG-BCE-Landesbezirkssekretär Anne Weinschenk erinnert daran, dass Tariferhöhungen keine Selbstverständlichkeit oder gar Geschenke der Arbeitgeberseite sind. "Tariferhöhungen kommen zustande, weil Gewerkschaften am Verhandlungstisch mit der Arbeitgeberseite hart verhandeln."

Die Tarifkommission ruft auch weiter alle IG-BCE-Mitglieder auf: "Überzeugt die Unorganisierten in Eurem Betrieb davon, dass sich eine Mitgliedschaft in der IG BCE lohnt. Wir verhandeln nur für unsere Mitglieder, nur sie profitieren direkt von einer Tariferhöhung."

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