Tarifrunde Chemie 2019

Es wird Zeit!

Jetzt brauchen wir Eure Unterstützung! ES WIRD ZEIT – für mehr Entlastung, Geld, Sicherheit im Pflegefall und Weiterbildung! „Es gibt absolut gar keinen Anlass für eine Nullrunde“, so die unmissverständliche Ansage von IG-BCE-Tarifvorstand Ralf Sikorski an die Vertreter des Bundesarbeitgeberverbandes Chemie. „Die Umwandlung von Geld in Zeit haben wir in der Roadmap 4.0 der vergangenen Tarifrunde fest vereinbart. Wirtschaftlich gesehen, stabilisiert sich die Branche auf einem weiterhin hohen Niveau – nach acht Jahren All-Time-High“, betont Sikorski.

Tarifzeitung Tarifrunde Chemie 2019

Scharf wies der stellvertretende Vorsitzende der IG BCE gemeinsam mit seiner Bundestarifkommission die Argumentation der Arbeitgeber zurück, dass man in einer „Krisenzeit“ sei. Ausdrücklich ziehen die Arbeitgeber den Vergleich zu den Jahren 2008 und 2009. Der Verteilungsspielraum gehe „gegen Null“.

Tatsächlich ist die wirtschaftliche Situation besser, als die Arbeitgeber sie darstellen. Einige Fakten: Im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 25. August stellte Bundesbankpräsident Jens Weidmann klar: „Ich sehe keinen Grund zur  Panik.“ Die deutsche Wirtschaft käme aus einem langen Aufschwung. Die Rheinpfalz titelte in ihrer Ausgabe vom 12. September: „Merck erwartet Wachstum“. Und die Bank Comdirect schrieb ihren Anlegern am 17. September: „So scheint sich die Lage für die konjunktursensitiven Chemieproduzenten zu verbessern.“

Tatsächlich sind die Anlagen in der Chemie weiter auf hohem Niveau ausgelastet. Bayer beispielsweise wählte für die Veröffentlichung seiner Zahlen des zweiten Quartals die Überschrift: „Bayer operativ auf Kurs“. Mehr noch: Für 2019 erwarten die Leverkusener auch weiterhin ein Umsatzplus von etwa vier Prozent. Ausdrücklich heißt es: „Konzernausblick bestätigt.“

BASF-Betriebsratsvorsitzender Sinischa Horvat sieht gute Gründe, an den Forderungen festzuhalten: „Die Arbeitswelt ist heterogener geworden, ebenso die Lebensbedingungen der Arbeitnehmer. Genau daran knüpft unser Forderungspaket an. Wir wollen leistungsfähige und motivierte Belegschaften, über längere Lebensarbeitszeiten hinweg. Dann brauchen die Arbeitnehmer aber auch flexible Elemente, um etwa Arbeitszeit und Entgelt in angemessener Weise auszubalancieren.“

Insbesondere im Zukunftskonto sieht die Bundestarifkommission das Herzstück der diesjährigen Tarifrunde. Mitglieder wie Maike Ohning von Aurubis freuen sich darauf,  „weil es Arbeit und Privatleben besser miteinander vereinbart“, sagt die junge Mutter, die jüngst wieder in ihren Job zurückkehrte. „Ich will die Flexibilität haben, spontan bei schönem Wetter mit meinem Kind einen Tag im Tierpark zu verbringen. So etwas hilft, die Akkus wieder aufzuladen, um motiviert und fit im Job zu bestehen.“

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