Studie Gesundheitsindustrie

Den Standort Hessen attraktiv machen

Pharmaunternehmen und Hersteller von Medizinprodukten sind ein Eckpfeiler der hessischen Wirtschaft. Dies belegt eine Studie der Initiative Gesundheitsindustrie Hessen (IGH), bei der der Landesverband der IG BCE Mitglied ist.

Lenkungskreis der IGH Lenkungskreis der IGH nach der Präsentation der Studie zur ökonomischen Bedeutung der Gesundheitsindustrie, dem Ministerpräsident Volker Bouffier (2. von links), Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (1. von links) und Gesundheitsminister Stefan Grüttner (letzte Reihe 1. von links) angehören.
23.01.2017
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Großunternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern sind es, die die Produktion von Arzneimitteln für Menschen dominieren und in diesem Sektor auf mehr als 90 Prozent der Wertschöpfung und Arbeitsplätze kommen. Die Medizinprodukteindustrie ist dagegen mittelständisch geprägt und beschäftigt in Hessen knapp 10.000 Erwerbstätige in kleinen und mittleren Unternehmen. „Die Industrielle Gesundheitswirtschaft weist seit dem Jahr 2004 konstante Erwerbstätigenzahlen auf und trägt zu einer Stabilisierung des Arbeitsmarkts im industriellen Sektor von Hessen bei. Damit wir auch langfristig hoch qualifizierte Arbeitsplätze haben, müssen wir für Rahmenbedingungen sorgen, die sowohl Forschung und Entwicklung als auch Produktion und Vertrieb in Hessen für die Unternehmen attraktiv machen“, sagt Volker Weber, Landesbezirksleiter der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie.

Die Bruttowertschöpfung in der Gesundheitsindustrie im Land beträgt rund zehn Milliarden Euro. 90.700 Menschen arbeiten in den Betrieben. Der Anteil der Gesundheitsindustrie am Bruttoinlandsprodukt liegt mit 4,4 Prozent deutlich über dem Bundesschnitt (2,7 Prozent).

Wie die Studie errechnet, löst die Gesundheitsindustrie in Hessen mit jedem Euro direkter Wertschöpfung 1,08 Euro in anderen Branchen aus, insgesamt sind dies mehr als 20 Milliarden Euro. Jeder ihrer Beschäftigten sichert 1,64 Arbeitsplätze in anderen Wirtschaftszweigen, dies sind insgesamt rund 149.000 weitere Arbeitsplätze.

75 Prozent der Wertschöpfung der Gesundheitsindustrie entstehen bei der Herstellung von Medizinprodukten, wobei der Fokus auf Arzneimitteln und Medizintechnik liegt - noch vor Körper-, Hygiene- und Pflegeprodukten sowie Sport- und Fitnessgeräten. Auf den Bereich Forschung und Entwicklung entfallen knapp zehn Prozent der Wertschöpfung. Rund elf Prozent der Beschäftigten arbeiten in diesem Segment.

In der Standortinitiative „Initiative Gesundheitsindustrie Hessen“ (IGH) setzen sich die Hessische Landesregierung, Unternehmen der hessischen Gesundheitsindustrie, der Landesbezirk Hessen-Thüringen der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie und Vertreter aus Wissenschaft und Forschung seit 2013 für die Stärkung des Standorts Hessen ein. In dieser Zusammensetzung ist die Initiative bundesweit einzigartig. Ministerpräsident Volker Bouffier ist Schirmherr der IGH.

Ziel der Initiative ist es, durch das Zusammenwirken von Industrieunternehmen, Hessischer Landesregierung, Wissenschaft und Arbeitnehmervertretern bestehende Arbeitsplätze zu sichern und neue, hochqualifizierte Stellen zu schaffen.

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