So.WIN Tagung

Aus Hessen, für Europa

BRÜSSEL | Kann das deutsche Modell der Sozialpartnerschaft ein Vorbild
für Europa sein? Das diskutierten Vertreter der IG BCE und des Arbeitgeberverbands HessenChemie in Brüssel mit Vertretern der EU. Die Veranstaltung in der hessischen Landesvertretung, zu der rund 70 Teilnehmer kamen, bildete den Abschluss der Tagung der Sozialpartner-Werkstatt für Innovation und Nachhaltigkeit (So.WIN) am 15. und 16. Oktober.

Daniel Schrapp

So.WIN Tagung Die So.WIN-Tagungsteilnehmer mit der Europaabgeordneten Martina Werner im Europäischen Parlament.

Aus Anlass der Europa-Wahlen im kommenden Mai hatte die Organisation das Treffen dieses Mal nach Brüssel verlegt. Auf dem Podium saßen Osman Ulusoy, stellvertretender Landesbezirksleiter der IG BCE Hessen-Thüringen, Dirk Meyer, Hauptgeschäftsführer HessenChemie, MdEP Thomas Mann (CDU) und Sigrid Caspar von der Europäischen Kommission. Ulusoy und Meyer verwiesen auf die insbesondere in der Chemie-Branche konstruktive Zusammenarbeit zwischen Gewerkschaft und Arbeitgebern. Thomas Mann sprach sich für notwendige Standards in der Europäischen Sozialpolitik aus, warnte aber gleichzeitig vor einer Überregulierung. Im Rahmen der Konferenz, an der auch Betriebsräte mehrerer hessischer Chemieunternehmen teilnahmen, hatten sich die Teilnehmer zuvor mit sozial-, umwelt- und industriepolitischen Themen beschäftigt. Sie trafen sich unter anderem mit Vertretern der europäischen Kommission und Europaabgeordneten verschiedener Parteien.

Eric Berghen

So.WIN Tagung Podiumsdiskussion bei der So.WIN-Tagung: Osman Ulusoy (IG BCE), Sigrid Caspar (EU-Kommission), Andreas Meyer-Feist (hr-Moderation), Thomas Mann (Europäisches Parlament), Dirk Meyer (HessenChemie) (v.l.n.r.)

Der Auftakt zur Tagung war ein Treffen mit Kurt Gaissert, der im Team der externen Sprecher der Europäischen Kommission arbeitet. Gaissert vermittelte den Teilnehmern einen Einblick in das komplexe Zusammenspiel zwischen den drei europäischen Institutionen – Europäische Kommission, Ministerrat und Europäisches Parlament.

Für den Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) stellte Katharina Göbel die Arbeit des Europabüros in Brüssel vor und ging auf aktuelle sozialpolitische Initiativen ein. Für den Verband der Chemischen Industrie (VCI) war Tobias Schäfer als Experte für die europäische Industrie- und Umweltpolitik eingeladen.

Für die Kommission sprach Kristin Schreiber, Direktorin in der Generaldirektion für Binnenmarkt, Industrie, Unternehmertum und KMU. Sie berichtete als Expertin für europäische Nachhaltigkeits- und CSR-Politik.

Im Rahmen eines Kamingesprächs tauschten sich die Teilnehmer mit dem Europaabgeordneten Dennis Radtke (CDU) und weiteren Vertretern des Europäischen Parlaments über aktuelle sozialpolitische Fragen aus. Darüber hinaus sprachen sie über die bevorstehende Europawahl.

Ein Höhepunkt der Tagung war der Besuch des Europäischen Parlaments. Hierzu hatte die Europaabgeordnete Martina Werner (SPD) eingeladen. Sie erklärte ihre Tätigkeit als „Schattenberichterstatterin“ zum Strommarktdesign im Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie (ITRE) und diskutierte mit den Teilnehmern über die zukünftige Ausrichtung Europas. Abschließend führte die Abgeordnete durch das Parlamentsgebäude und in den Plenarsaal.

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