Kundgebung

Ran an die Fläche!

Wehende Fahnen, Trillerpfeifen und Forderungen aus dem Megafon: Bei H. C. Starck in Hermsdorf haben IG BCE-Mitglieder für eine Angleichung der Löhne an die Flächentarifverträge Chemie Ost demonstriert. Bislang zahlt das Unternehmen nur 75 Prozent davon. Die Beschäftigten erwarten nun als nächsten Schritt, dass das Unternehmen ein vernünftiges Angebot macht, über das verhandelt werden kann.

Wolfgang Lenders

Kundgebung H. C. Starck Kundgebung bei H. C. Starck in Hermsdorf am 22. August 2017
23.08.2017
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„Absurd ist, dass die anderen – im Westen gelegenen – Standorte des Unternehmens in Flächen-Tarifbindung sind“, sagt Verhandlungsführerin Anne Weinschenk. Die Beschäftigten wissen das. „Viele sind unzufrieden, und äußern das auch beim Betriebsrat“, berichtet Dennis Schöppe, seit 2006 Mitglied des Betriebsrats. „Wenn man sieht, dass die anderen Betriebe von H. C. Starck alle im Flächentarifvertrag sind, und wir nicht, dann fühlt man sich schon ein bisschen benachteiligt.“

Bereits seit 2008 kämpfen die Beschäftigen für einen Tarifvertrag, erst 2015 konnten sie einen Haustarifvertrag durchsetzen, nach dem sie allerdings nur 75 Prozent des Entgelts der Fläche verdienen. Dennis Schöppe findet das ungerecht: „Hier wird sehr gute Arbeit geleistet. Die Leute sind gewillt zu arbeiten, und sie machen das gern. Aber die Bedingungen müssen halt fair sein.“

„Unsere Mitglieder arbeiten hart und viel und haben eine anständige Bezahlung verdient“ , sagt Anne Weinschenk. Ein erster Schritt hin zu einer fairen Bezahlung wäre: Das Entgelt auf 100 Prozent des Tarifvertrags anzuheben. „Dabei wissen die Beschäftigten, dass auch dann noch lange nicht alle Arbeitsbedingungen der Fläche Chemie Ost angeglichen sind, etwa Arbeitszeit, Urlaub und Altersvorsorge.“

Die IG BCE hat bereits versucht, eine Einigung zu finden, die Verhandlungen aber im Juni wegen eines völlig inakzeptablen Angebots des Unternehmens unterbrochen. H. C. Starck stellt am Standort Hermsdorf Technologie-Metalle und thermische Spritzpulver her. Die Firma ist Mitglied im „Allgemeinen Arbeitgeberverband“. Die Mitglieder dieses Unter-Verbands im Arbeitgeberverband Nordostchemie halten sich nicht an die Flächentarifverträge.

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