Digitalisierung grenzübergreifend diskutiert

Euroforum der Firma Merck widmet Teile seiner Jahrestagung dem Thema digitaler Wandel

Wie wird die Digitalisierung die Arbeit bei der Firma Merck und ihren internationalen Tochterunternehmen verändern? Welche Möglichkeiten der Mitbestimmung gibt es in diesem Zusammenhang in den unterschiedlichen europäischen Ländern, in denen der Konzern Standorte hat? Mit diesen Themen beschäftigte sich das Euroforum von Merck einen Tag lang.

Alexander Englert

Das Euroforum bei Merck

Während die in der chemischen Industrie in Deutschland herrschenden Standards in Hinblick auf Mitbestimmung und Tarife als herausragend innerhalb der Europäischen Union gelten, haben Betriebsräte in anderen Ländern größere Schwierigkeiten haben, die Interessen der Beschäftigten zu vertreten.

Alexander Englert

Das Euroforum bei Merck
Ausgangspunkt der Diskussionen war die Studie „Digital transformation in the workplace of the European Chemicals Sector“ der Prognos AG. Sie ist in Kooperation der europäischen Arbeitgeberverbände (ECEG) und der Gewerkschaftsvereinigung industrieAll Europe entstanden. Auf deutscher Ebene waren die Sozialpartner IG BCE und Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) beteiligt. Die Ergebnisse sind im Internet veröffentlicht: https://news.industriall-europe.eu/p/sd-chemical-doco

Vor dem Hintergrund der Studie beschäftigten sich die Teilnehmer in Arbeitsgruppen mit verschiedenen Aspekten der Digitalisierung. Ihre Ergebnisse bildeten die Grundlage für eine Podiumsdiskussion. Die Arbeitgeberseite vertraten dabei der BAVC-Geschäftsführer für Bildung Innovation und Nachhaltigkeit Dr. Andreas Ogrinz und Merck Personalleiter Philip Heßen, für die Arbeitnehmer saßen die Vorsitzende des Merck Euroforums Iris Gürtler und Michael Reinhart, Gewerkschaftssekretär der IG BCE im Landesbezirk Hessen-Thüringen, auf dem Podium.

Alexander Englert

Das Euroforum bei Merck
Trotz unterschiedlicher Interessenslagen der Diskussionsteilnehmer waren sich alle einig, dass die digitale Transformation nur gemeinsam gelingen kann. Das heißt: sozialpartnerschaftlich und auf Augenhöhe. Dabei werden weniger die technischen Fragen entscheidend sein; erfolgreich kann der Wandel nur sein, wenn die Menschen mitgenommen werden. Entscheidend wird sein, ob die Qualifizierung der Beschäftigten gelingt und ob die Unternehmen eine Kultur entwickeln, die deren Bedürfnissen gerecht wird. „Unsere Kolleginnen und Kollegen in der chemischen Industrie sind hervorragend ausgebildet und motiviert, auch neue Herausforderungen anzugehen“, fasst Michael Reinhart zusammen. „Dabei ist es wichtig, dass ein Unternehmen eine klare Digitalisierungsstrategie hat und diese den Mitarbeitern verständlich nahe bringt. Wenn dann die Kolleginnen und Kollegen keine Angst um ihre Beschäftigung haben müssen und die Zukunft ihrer Arbeit direkt mitgestalten können, kann die digitale Transformation gelingen.“

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