Tarifrunde Kunststoff

Abschluss: 5,3 % mehr Lohn in der Kunststoffindustrie

Nach schwierigen Verhandlungen hat die IG BCE mit dem
Arbeitgeberverband eine Entgelterhöhung von 5,3 Prozent für die Beschäftigten der hessischen Kunststoffindustrie vereinbart. Weitere Kernpunkte des Vertrags: Eine Erhöhung des Demografiebetrags, zusätzliche Ausbildungsplätze und die Möglichkeit, während der Arbeitszeit Veranstaltungen der Sozialpartner anzubieten.

obs/Arbeitgeberverband HessenChemie/Joerg Halisch

Anne Weinschenk, Verhandlungsführerin der IG BCE Hessen-Thüringen und Thomas Wedekind, Verhandlungsführer der Arbeitgeberseite Anne Weinschenk, Verhandlungsführerin der IG BCE Hessen-Thüringen und Thomas Wedekind, Verhandlungsführer der Arbeitgeberseite haben sich auf den neuen Tarifvertrag unterzeichnet.
29.04.2017
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Spät in der Nacht zum Samstag war es so weit: Nach einer rund 14 Stunden langen dritten Verhandlungsrunde einigten sich IG BCE und Arbeitgeberverband. Das Ergebnis ist ein Tarifvertrag, der sich sehen lassen kann: Rückwirkend zum 1. März 2017 steigen die Vergütungen um 3 Prozent. Zum 1. Mai kommenden Jahres kommen dann noch einmal 2,3 Prozent hinzu. Außerdem erhalten die Beschäftigten eine Einmalzahlung von 50 Euro. Der Tarifvertrag hat eine Gesamtlaufzeit von 24 Monaten.

„Hinter uns liegen anstrengende, extrem harte Verhandlungen, die wir nun erfolgreich beendet haben“, sagt Verhandlungsführerin Anne Weinschenk. „Mit einer ersten Erhöhung  von 3 Prozent und insgesamt 5,3 Prozent haben wir einen sehr guten Abschluss erreicht.“

Der Demografiebetrag, den die Unternehmen pro Jahr zahlen, wird 2018 auf 400 Euro und 2019 auf 500 Euro steigen. Dieses Geld kann für verschiedene Programme, etwa zur zusätzlichen Altersvorsorge, Altersteilzeit oder für Langzeitkonten, verwendet werden.

Außerdem wird es mehr Ausbildungsplätze geben: Die Arbeitgeber haben sich verpflichtet, für die Jahre 2017 bis 2020 insgesamt mindestens 300 Ausbildungsplätze anzubieten.

Mit dem neuen Tarifvertrag haben die beiden Sozialpartner IG BCE und Arbeitgeberverband vereinbart, dass sie gemeinsame Veranstaltungen während der Arbeitszeit anbieten wollen. Damit wollen sie das Bewusstsein für die Vorteile einer Tarifbindung stärken. Dafür können jedem Beschäftigten in den Jahren 2017 und 2018 insgesamt 16 Stunden zur Verfügung stehen. Konkret soll es bei den Veranstaltungen um Themen wie „Stärkung des Flächentarifvertrags“, „Förderung der Sozialpartnerschaft“ und „Gestaltung des demografischen Wandels“ gehen. Anne Weinschenk: „Damit können sich die Kolleginnen und Kollegen auch während der Arbeitszeit über die Notwendigkeit und Bedeutung von Tarifvertragsparteien und damit auch die Wichtigkeit von Gewerkschaften informieren.“

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