Tarifverhandlungen

Abschluss bei Breidenbach

Erfolg nach extrem harten und langwierigen Verhandlungen: Die Entgelte bei Breidenbach in Linsengericht-Lützelhausen steigen in Richtung des Niveaus des Flächentarifvertrags Kunststoff Hessen. Ab dem 1. Mai gilt zudem der Vergütungsrahmentarifvertrag der Fläche Kunststoff Hessen, in dem die Einkommensgruppen geregelt sind. Außerdem sinkt die Regelarbeitszeit von 40 auf 38 Stunden pro Woche. Das vereinbarte Paket hat zunächst eine Laufzeit bis Ende 2019.

Frank Moravec

Treffen bei Breidenbach

Dem Abschluss vorausgegangen ist ein harter Kampf der Beschäftigten für eine gerechte Bezahlung. „Die Verhandlungen waren unwahrscheinlich schwierig“, sagt Frank Moravec, als Sekretär im Bezirk Mittelhessen zuständig für den Betrieb. Er und Anne Weinschenk, Verhandlungsführerin Kunststoff Hessen, leiteten die Verhandlungen. Insgesamt fünf Runden waren bis zur Einigung nötig. „Dass wir heute einen ersten Erfolg zum Einstieg in das Tarifsystem der IG BCE verzeichnen können, ist nur der Geschlossenheit der Mehrzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und den amtierenden Betriebsräten zu verdanken“, sagt Frank Moravec. Während der Verhandlungen hatten die Beschäftigten eine enorme Geschlossenheit demonstriert, es gab eine große Zahl von Neueintritten in die IG BCE. „Wir haben ein altes Gewerkschaftsprinzip mit Leben gefüllt: Gemeinschaft macht stark.“

Der neu abgeschlossene Tarifvertrag ist der erste in der über 100-jährigen Geschichte von Breidenbach. Der Betrieb, der lange als Familienunternehmen geführt wurde, war im Jahr 2016 von einem Investor aus den Niederlanden gekauft worden.

Für die IG BCE ist der Abschluss ein weiterer wichtiger Schritt hin zu mehr Tarifbindung. Anne Weinschenk: „Ich freue mich als Verhandlungsführerin Kunststoffverarbeitende Industrie Hessen darüber, dass wir einen Betrieb, der bisher keinerlei Tarifbindung hatte,  ein gutes Stück an die Fläche Kunststoff heranführen konnten. Auch wenn wir nicht gleich 100 Prozent des Flächenniveaus erreichen konnten, so ist das doch ein Schritt in die richtige Richtung und damit der berühmte Fuß in der Tür.“

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